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Stadtbibliothek Göppingen

Hallo liebe Kolleginnen und Kollegen

Wir haben die Erfahrung gemacht, dass Jugendliche das Musikangebot in
unserer Bibliothek immer weniger nutzen. Wir haben Anfang 2007 einen
Jugendraum eröffnet mit jugendrelevanten Medien, darunter Pop-Musik-CDs.
Richtig gut gelaufen sind die CDs dort eigentlich nie, obwohl sie auch
relativ häufig von sonstigem Bibliotheks-Publikum ausgeliehen wurden. Ab
diesem Jahr ungefähr ging auch die Ausleihe unserer Pop-Musik-CDs aus
dem „Erwachsenenbereich“ zurück.

Nach dem geeigneten Angebot für Jugendliche haben wir auch jahrelang
gesucht. Erst hatten wir das Freestyle-StandingOrder der ekz, das hat
sich dann aber oft mit anderen StandingOrder überschnitten und es kamen
CDs von Interpreten, die bei uns eigentlich im „Erwachsenenbestand“
stehen.
Wir haben dann das STandingOrder „Rock/Pop Teenie“ probiert und das
gefiel uns besser, vor allem da auch Sampler-Reihen geliefert werden.
Das haben wir auch weiterhin abonniert, aber die Ausleihe wird trotzdem
weiter rückläufig sein.

Meine Vermutung: die Jugendlichen laden sich die neuen Titel einzeln
oder auch das ganze Album in Downloadportalen runter und zahlen dafür
pro aktuellen Titel vielleicht 1 € oder für das ganze Album zwischen 10
und 15 € und haben den Titel gleich im MP3-Format und auch auf dem PC
und so kann man sich ganz praktisch eigene Sampler brennen oder die
Titel auf Abspielgeräte laden. Alles viel einfachen als mit der CD aus
der Bibliothek, die man auch noch wieder zurückbringen muss.

Wir haben selber eine online-Bibliothek, haben aber dort nur klassische
Musik zum Download. Ich denke es bringt nicht viel, dort Pop-Musik für
jungendliche anzubieten. Die haben wahrscheinlich schon ihre gewohnten
Portale und werden nicht umsteigen, nur weil die Bibliothek jetzt auch
Downloads anbietet. Ausserdem sind sie in der Bibliothek nur
„geliehen“.

Soweit unsere Erfahrungen und meine Einschätzung.

Simone Helmer


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Kategorien:Debatte
  1. Martin Nietsche
    14. Februar 2011 um 12:21

    Liebe Kolleginnen und Kollegen,

    ich habe gerade erst meinen Abschluss als Diplom-Bibliothekar gemacht und habe natürlich nicht so umfassende Erfahrungen aus der Praxis wie Sie. Jedoch habe ich meine Diplomarbeit zum Thema „Musikmedien in Jugendbibliotheken“ geschrieben und möchte meine Erkenntnisse bei Interesse gern mit Ihnen teilen.

    Ganz kurz zusammengefasst kann ich sagen, dass sich die Ergebnisse meiner Untersuchungen mit den hier genannten Erfahrungen decken. Wenig im Fokus scheint mir aber die Netzmusik, also freie Musik unter einer Creativ-Commons-Lizenz. Das Angebot in diesem Bereich wächst rasant und scheint mir gerade für Jugenbibliotheken interessant und lohnend. Natürlich kann freie Musik einen CD-Bestand und auf lange Sicht ein Downloadangebot mit „kommerziellen“ Künstlern nicht ersetzen, es könnte aber das Angebot der Bibliotheken bereichern. Hinzu kommt, dass die Infrastruktur (Speicherplatz und Downloadmöglichkeiten) bereits vorhanden ist.

    Bei Interesse kann ich die Arbeit natürlich gern als PDF zur Verfügung stellen.

    Mit freundlichen Grüßen,
    Martin Nietsche

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