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Archive for Mai 2012

Fortbildung zu Jugendbibliotheken : die Ergebnisse

19. Mai 2012 1 Kommentar

Am 28. März 2012 trafen sich in Leipzig an der HTWK Praktikerinnen – vor allem aus kleineren Bibliotheken – und Studenten, um sich gemeinsam mit der DBV-Fachkommission „Kinder- und Jugendbibliotheken“ Gedanken zu einer zeitgemäßen Bibliotheksarbeit für Jugendliche (12+) zu machen. Die Ergebnisse stellen wir hier vor! Die Einleitungen in kursiv sind Zitate aus dem kürzlich erschienenen Flyer „Empfehlungen für die Bibliotheksarbeit mit Jugendlichen“.

Als Methode wurde wieder einmal das „World-Café“ eingesetzt, was sehr gut ankam.

 

 

Kategorien:Fortbildungen

Thema: Raum

Ein Ort zum Lernen, Spielen, Chillen

Jugendliche brauchen eigene Räume oder Bereiche in Öffentlichen Bibliotheken, die speziell auf ihre Bedürfnisse und Wünsche abgestimmt sind.

 

Grundsätzliches

  • In der Bibliothek sollte Essen und Trinken erlaubt sein, ggf. extra Bereich
  • Kooperationen mit z.B. Cafés in der Nachbarschaft anregen

Bibliothek mit einem großen Raum für eine Jugendabteilung

  • ein eigener Bereich für Jugendliche, der als Treffpunkt dienen kann
  • Klar räumlich abgegrenzt, da Jugendliche oft durch andere Besucher der Bibliothek (Kinder, ältere Menschen) abgeschreckt werden, bzw. diese auch ggf. stören
  • Jugendliche sollten die Möglichkeit erhalten die Räume mitzugestalten (Workshops, Umfragen etc.)
  • der Raum sollte Multifunktional gestaltet sein, d.h. sich abgrenzen lassen, für Veranstaltungen ; die Möbel sollten flexibel sein
  • Bibliothek sollte von der her Einrichtung anders als Schule aussehen
  • Gestaltung sollte klar erkennen lassen das es sich hier um eine Jugendbibliothek handelt, z.B. durch Filmposter oder Graffiti

 Bibliotheken mit kleinen Räumlichkeiten

  • Ggf. Reduzierung des Medienbestandes zugunsten von Aufenthaltsmöglichkeiten
  • Einrichtung eines „Publikumsmagazines“ oder einer Umnutzung von ggf. anderen Räumen, ggf. auch Kellerräume für Jugendliche
  • Grundsätzlich sollte jeder Raum genutzt werden, der zur Verfügung steht.
  • Bei sehr kleinen Bibliotheksräumen, in denen kein Bereich für Jugendliche gestaltet werden kann, ist die Zusammenarbeit mit Jugendclubs und anderen Freizeiteinrichtungen für Jugendliche dringend notwendig, Bibliothek ins Bewusstsein der Jugendlichen bringen
Kategorien:Fortbildungen

Thema : Medien in Jugendbibliotheken

Das Medienangebot für sollte stets aktuell und vielfältig sein, sich am Freizeitverhalten der Jugendlichen orientieren und Trends und Entwicklungen der Jugendkultur im Blick haben. 

  • Marktbeobachtung, um aktuell zu sein
  • aktuelle Filme
  • gezielte Filmauswahl (verfilmte Literatur)
  • Tablet-PCs mit E-Medien als Präsenzbestand
  • aktuelle Medien (auch technisch)
  • Umfragen, um Bedarf bei Konsolenspielen zu ermitteln
  • Zielgruppengerechte Themen, flexibel reagieren und Themen anpassen
  • Kontakte zu Game-Shops/Comic-Shops
  • Kontakte mit Jugendeinrichtungen, Sozialarbeitern; Wünsche von Jugendlichen ermitteln, die nicht die Bibliothek nutzen
  • alternative Präsentationsmöbel (z.B.: wie im Buchhandel)
  • Musik in Jugendbibliotheken
    • Nachfrage sinkend, vor allem nach aktueller kurzlebiger Musik
    • Sampler längerfristig interessant
    • untergeordnete Gruppe in JuBi, aber noch kein Verzicht (Umbruch) + Leserwünsche à gezieltes Angebot abseits Mainstream (gilt auch für Filme)
    • Musik-Download-Angebote, wenn möglich, jaà Umverteilung freiwerdender Mittel für andere Medien
  • Medien ab 14
  • Spielekonsolen sollten einen Extrabereich erhalten
  • Medien für Jungs
    • thematisch aufstellen
    • Sachbuch oder andere Medien (z.B.: Trendsport, Extremsport)
  • E-Medien beobachten, ob Freizeitangebote auf diesem Weg genutzt werden
  • Titelstaffelung für Bestseller in Erwägung ziehen
  • möglichst kostenlose Bibliotheksbenutzung für Jugendliche

 

Kategorien:Fortbildungen

Thema : Veranstaltungen

In erster Linie soll durch Programm- und Veranstaltungsarbeit eine Identifikation der Jugendlichen mit der Bibliothek und deren Angeboten erreicht werden. Die Bibliothek muss sich ihren jugendlichen Nutzern anpassen – nicht umgekehrt!

Zielgruppenorientierte und regelmäßige Öffentlichkeitsarbeit und Veranstaltungen müssen sich an den Freizeitinteressen der Jugendlichen und Trends der Jugendkultur orientieren.

Nicht nur Veranstaltungen rund ums Buch, sondern auch neue Medien anbieten und in Veranstaltungstätigkeit einbeziehen:

  • Gaming / TOMMI
  • Apps
  • Computer / Smartphones
  • Blogs
  • LAN-Party
  • DVD-Jugendserien

Hilfreich:

  • Ansprechende Flyer
  •  Schulclub
  •  Raum für Veranstaltungen (mit Bühne, für Musik, Theater…)

Aktionen:

  • Jugendinformation
  • Book-Slam
  • Fotowettbewerb
  • Texte von/für Jugendliche → Literaturbrunch/frühstück
  • Papiermodenschau (aus ausgesonderten Beständen Klamotten basteln)
  • Aktionstage nutzen (Welttag des Buches, Treffpunkt Bibliothek)
  • Aus alt mach neu
  • Lesenächte/abende
  • Theaterabende
  • Manga-Zeichenkurse
  • Anime-Nacht
  • Filmnächte (aktuelle Themen, z.B. Vampire, rechtliche Aspekte für öffentliche Aufführungen beachten)
  • Public Viewing → Fußball → Jungs erreichen
  • Storytausch
  • Klamotten/Game-Tauschbörse → Mädchen und Jungen gemeinsam (als Pärchen) in die Bibliothek locken, für jeden etwas anbieten, zusätzliche Aktionen z.B. Schneiderin einladen, Gaming
  • Bibliotheksralley
  • Bibliothek + Sport

….und Kombination der verschiedenen Aktionsformen

 

Kategorien:Fortbildungen

Thema : Virtuelle Angebote

Virtuelle Angebote verbessern sofern sie professionell gemacht und aktuell sind, das Image der Bibliothek deutlich.

Die Jugendlichen werden sollten „dort abgeholt“, wo sie sich in der virtuellen Welt aufhalten. Regionale Netzwerke können dabei ebenso eine Rolle spielen wie der Marktführer Facebook oder neue Angebote wie Google+. Diese Netzwerke ergänzen eine feste Homepage, da durch sie kurzfristige Informationen, Veranstaltungshinweise und News schneller verbreitet werden…

Welche Ziele will man durch den Einsatz von virtuellen Angeboten erreichen?

  • Jugendliche direkt dort erreichen, wo sie sich in ihrer Freizeit aufhalten
  • Schulung von Medienkompetenz
  • Imagepflege der Bibliotheken

Welche Möglichkeiten gibt es?

  • Web 2.0 Anwendungen = der Nutzer konsumiert nicht nur die Inhalte, sondern stellt auch selbst Inhalte zur Verfügung (Partizipation)
  • z.B.: Wikis, Blogs, Tagging …
  • RSS-Feeds = nachdem der Nutzer den RSS-Dienst abonniert hat, wird er regelmäßig über neue Nachrichten auf der jeweiligen Internetseite informiert
  • Eigene Webseite für Jugendliche bzw. virtueller Jugendbereich auf der Homepage:  Jugendliche arbeiten an der Erstellung der Webseite mit und stellen selbst aktuelle Informationen zur Verfügung

E-Medien:

  • E-Paper spielt keine große Rolle für Jugendliche
  • E-Music
  • E-Book
  • Bereitstellung und Ausleihe von E-Readern, auf denen bereits E-Book Pakete (ev. themenbezogen) vorhanden sind
  • Browsergames

Kommunikation und Medienbildung:

  • Facebook, Twitter und Homepage für die Kommunikation von Neuerwerbungen nutzen
  • Facebook-Gruppe „biblioadmin“
  • App für das Smartphone, um Zugriff auf den OPAC anzubieten (OPAC 2.0)
  • Online-Tutorials
  • Workshops zu den neuen Technologien: Smartphone, E-Reader …
  • Veranstaltung zur Sensibilisierung der Jugendlichen im Umgang mit den sozialen Netzwerken
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Thema: Vernetzung

Vernetzung bildet.

 Unterschiedliche Arbeitsfelder bedingen unterschiedliche Perspektiven. Zusammenarbeit kann sehr bereichernd sein und sie hilft, gesellschaftliche Realitäten klarer zu sehen und sich entwickelnde Problemlagen besser zu erkennen. Voraussetzung ist , dass man seine Kommune wirklich kennt und weiß, woran und wofür einzelne Institutionen, Organisationen oder Vereine arbeiten. Gerade um neue Formate zu entwickeln sind wir auf Kooperationspartner angewiesen…

Frage: WIE ist Vernetzung möglich?

  • nicht jedermanns „Ding“ / Absprachen im Kollegenkreis notwendig!
  • immer in Verbindung mit anderen Elementen bibliothekarischer Arbeit (z.B. Veranstaltungs- und Öffentlichkeitsarbeit)
  • „Präsenz zeigen!“ (Pressearbeit, Veranstaltungen, Stadtpolitik,…)

Frage: WANN ist Vernetzung möglich?

  • neben „normalem“ Bibliotheksalltag?!
  • Schwerpunktsetzung notwendig (Prioritäten!)
  • Kommunikation als wichtigstes Element; mit Offenheit an neue Dinge (Kooperationsmöglichkeiten, etc.) herangehen
  • jede Bibliothek/Stadt anders
  • Analyse, was in eigener Umgebung möglich ist (Angebote, Konkurrenz,…)
  • virtuelle Vernetzung, Kooperationsverträge
  • Jugendbeirat // Mitwirkung Welttag des Buches, Lesestart, Bibfit,…
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