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Kinder mit Büchern stärken. Bundesministerin Manuela Schwesig verleiht den Deutschen Jugendliteraturpreis auf der Frankfurter Buchmesse

Die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend Manuela Schwesig hat am 10. Oktober 2014 den Deutschen Jugendliteraturpreis verliehen. Auf der Frankfurter Buchmesse überreichte sie die Preise in den Sparten Bilderbuch, Kinderbuch, Jugendbuch und Sachbuch sowie den Preis der Jugendjury und den Sonderpreis für das Gesamtwerk Übersetzung.

Die erwachsenen Experten der Kritikerjury prämierten vier Titel in den Sparten Bilder-, Kinder-, Jugend- und Sachbuch. Die Preise sind mit je 10.000 Euro dotiert.

Als bestes Bilderbuch konnte sich Akim rennt (Moritz) von Claude K. Dubois, in der Übersetzung von Tobias Scheffel durchsetzen. Als der Krieg über Akims Dorf hereinbricht, wird der Junge von seiner Familie getrennt. Im Zusammenspiel mit skizzenartigen Schwarz-Weiß-Zeichnungen schildert der sachlich berichtende Text Akims Flucht. Die Jury lobt: „Die Betrachter werden vom verstörenden Inhalt des Buches nicht überrumpelt, sondern erhalten die Gelegenheit, sich langsam anzunähern. Dazu passt auch das versöhnliche Ende.“

Im Kinderbuch wurde Martina Wildners Königin des Sprungturms (Beltz & Gelberg) ausgezeichnet. In diesem Roman wird die Geschichte einer abgeschlossenen Mädchenfreundschaft erzählt, die von der gemeinsamen Leidenschaft für das Turmspringen getragen wird. Laut Jury „eine psychologisch ausgeleuchtete Erzählung aus dem Milieu des Leistungssports, an der Grenze zwischen Kinder- und Adoleszenzroman.“

Sieger in der Sparte Jugendbuch ist Inés Garlands Wie ein unsichtbares Band (Fischer KJB), in der Übersetzung von Ilse Layer. Was als Freundschaftsgeschichte im Argentinien der 1970er-Jahre beginnt, wird zunehmend zu einer Erzählung, die die wachsende Bedrohung durch das Militärregime thematisiert. „Die Erzählerin nimmt sich Zeit, um den Empfindungen ihrer Kindheit nachzuspüren. Der fließende Rhythmus und die Sinnlichkeit der Sprache sind in der Übersetzung sehr gut wiedergegeben“, so die Jury.

Mit ihrem Sachbuch Gerda Gelse. Allgemeine Weisheiten über Stechmücken (Wiener Dom-Verlag/Tyrolia)konnten Heidi Trpak und Laura Momo Aufderhaar die Jury überzeugen: „Betrachtern im Vorschulalter und darüber hinaus bietet das Buch in Bild und Text anschaulichen Wissenserwerb und anregende Unterhaltung gleichermaßen. Das in jeder Hinsicht gelungene Werk über ein Tier, mit dem wohl jedes Kind schon einmal in ‚Berührung‘ kam, spricht die Neugier und Entdeckerfreude der Betrachter an und fördert eine aufgeschlossene Haltung gegenüber der Natur.“

Der Preis der Jugendjury in Höhe von 10.000 Euroging an Wunder (Hanser) von Raquel J. Palacio, in der Übersetzung von André Mumot. Erzählt wird von dem zehnjährigen August, der aufgrund eines Genfehlers entstellt ist und sich unter diesen erschwerten Bedingungen in einer neuen Schule behaupten muss. „Das oft genutzte Motiv, dass es auf die inneren Werte ankommt, wird hier neu und ohne mahnenden Zeigefinger umgesetzt. Der Roman berührt den Leser und regt zum Nachdenken an“, finden die jungen Juroren.

Der mit 12.000 Euro dotierte Sonderpreis für das Gesamtwerk ging an die deutsche Übersetzerin Angelika Kutsch. Die Jury würdigt deren umfangreiches und vielseitiges Schaffen: „Bilderbücher, Sachbücher für Jugendliche, Jugendromane und Titel, die sich jeglicher Einordnung entziehen, wurden von ihr ins Deutsche übertragen, ohne dabei an Witz, Charme oder auch Schrecken zu verlieren. Viele der von ihr übersetzten Werke hat sie selbst ausfindig und für den deutschsprachigen Markt zugänglich gemacht. U.a. hat sie Petterson und Findus nach Deutschland geholt. Durch ihre Art, mit einem Text und der für jeden Text besonderen Sprache umzugehen, ist sie eine Inspiration für Nachwuchsübersetzer, die nun versuchen, in ihre Fußstapfen zu treten.“

Der Deutsche Jugendliteraturpreis wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gestiftet, und seit 1956 jährlich für herausragende Kinder- und Jugendbücher vergeben. Er ist mit insgesamt 62.000 Euro dotiert. Die Preisverleihung zählt mit rund 1.500 Gästen aus dem In- und Ausland zu den größten Veranstaltungen auf der Frankfurter Buchmesse.

Weitere Informationen zum Deutschen Jugendliteraturpreis, die Cover der Preisbücher sowie die Langfassungen der Jurybegründungen zum Download finden Sie auf unserer Homepage unter http://www.jugendliteratur.org.

Deutscher Jugendliteraturpreis 2014 – Die Sieger

Preisträger in der Sparte Bilderbuch

Claude K. Dubois (Text, Illustration)
Akim rennt
Aus dem Französischen von Tobias Scheffel
Moritz Verlag
ISBN: 978-3-89565-268-4
€ 12,95 (D), € 13,40 (A), sFr 11,90
90 Seiten
Ab 7

Preisträger in der Sparte Kinderbuch
Martina Wildner (Text)
Königin des Sprungturms
Beltz & Gelberg
ISBN: 978-3-407-82027-3
€ 12,95 (D), € 13,30 (A), sFr 18,60
216 Seiten
Ab 11

Preisträger in der Sparte Jugendbuch
Inés Garland (Text)
Wie ein unsichtbares Band
Aus dem Spanischen von Ilse Layer
Fischer KJB
ISBN: 978-3-596-85489-9
€ 14,99 (D), € 15,50 (A), sFr 21,90
252 Seiten
Ab 14

Preisträger in der Sparte Sachbuch
Heidi Trpak (Text)
Laura Momo Aufderhaar (Illustration)
Gerda Gelse
Allgemeine Weisheiten über Stechmücken
Wiener Dom-Verlag
ISBN: 978-3-85351-247-0
€ 14,90 (D), € 14,90 (A), sFr 21,90
24 Seiten
Ab 6

Preisträger der Jugendjury

Raquel J. Palacio (Text)
Wunder
Aus dem Englischen von André Mumot
Carl Hanser Verlag
ISBN: 978-3-446-24175-6
€ 16,90 (D), € 17,40 (A), sFr 23,90
284 Seiten
Ab 12

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